"Flink wie ein Wiesel" - das Sprichwort beschreibt die kleinen Flitzer sehr treffend. Doch wer weiss eigentlich, wie genau ein Wiesel aussieht?
Da sind wir schon beim ersten Knackpunkt, denn: ein Wiesel an sich gibt es als Art nicht, der Begriff wird umgangssprachlich sowohl für das grössere Hermelin (Mustela erminea), auch Grosses Wiesel oder Kurzschwanzwiesel als auch das kleinere Mauswiesel (Mustela nivalis), auch Zwerg- oder Kleinwiesel genannt, verwendet.
Der auffälligste Unterschied zwischen beiden Tierarten, die zur Familie der Marderartigen (Mustelidae) gehören, sind ihre Grösse und Gewicht:
Das grössere Hermelin wiegt zwischen 130 und 200 Gramm und hat eine schwarze Schwanzspitze, das kleinere Mauswiesel bringt gerade mal 50 bis 80 Gramm auf die Waage, sein Schwänzchen ist durchgehend braun gefärbt. Damit ist es das kleinste heimische Raubtier.
Beide Arten haben einen länglichen, wendigen Körper mit kurzen Beinchen und sind sehr flinke Mini-Raubtiere, die man selten zu Gesicht bekommt. Das liegt zum Einen an ihrer recht heimlichen Lebensweise, zum Anderen werden beide Arten bei uns zunehmend seltener.
Dabei spielen die beiden kleinen "Raubtiere" eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Landwirtschaft und in Kulturlandökosystemen im Allgemeinen, da sie sich hauptsächlich von Feldmäusen und Schermäusen ernähren.
Ja. Diese beiden lebhaften marderähnlichen Säugetiere sind sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland und Frankreich heimisch und in der Schweiz bereits bedroht. Dieses Schicksal teilen sie mit vielen Tierarten der Kulturlandschaft.
Doch wir können auch diesen Tierarten mit recht einfach Mitteln helfen und sie fördern.
Wiesel benötigen Lebensräume wie Grünlandbrachen, Weinbergsbrachen, offene Waldränder, strukturreiche Wiesen und Weiden. Hermelin und Mauswiesel nutzen zur Fortbewegung und als Jagdrevier gerne lineare Strukturen wie Hecken, nicht regelmässig kahl geputzte Gräben, Altgrasstreifen und Feldränder. Wo diese Habitate in ausreichender Zahl vorhanden sind, leben auch viele Wiesel.
In zwei Studien der Universität Bern zeigte sich. dass die Anlage von Kleinstrukturen (dazu zählen die Anlagen von Ruderalstreifen oder Hecken mit Steinhaufen, sog. Wieselburgen, Asthaufen u.a. Strukturen, die kleinräumige Verstecke und Nahrung bieten) das Vorkommen des Hermelins in der Kulturlandschaft deutlich erhöht.
Besonders effektiv sind diese Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität bei fachlicher Begleitung, gezielter Planung und Koordination zwischen den Flächen mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe in größerem Massstab.
Ein weiteres Resultat der Studien war überdies, daß für Hermelinpopulationen insbesonder die Qualität und eine gezielte Anordnung von Kleinstrukturen enscheidend sind.
Dazu sind eine qualifizierte Planung einerseits, sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutzfachleuten andererseits die wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg von Schutzmaßnahmen für das Wiesel.
Jasmin Horrelt
Dipl.Ing. Landespflege (FH)
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Ingénieure diplômée
Architecte paysagiste
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