Mehrjährige Blühbrachen (Buntbrachen) als Schatzkammern der Biodiversität

Was genau ist eine mehrjährige Blühbrache?

Eine mehrjährige Blühbrache ist eine ungenutzte landwirtschaftliche Fläche, die über mehrere Jahre mit vielen unterschiedlichen heimischen Wildpflanzen bewachsen ist. Ihr Artenreichtum und ihre Struktur bietet dauerhaft Lebensraum und Nahrung für viele Tierarten (Singvögel, Rebhühner, Fasane, Niederwild, etc.) Blühbrachen bieten nicht nur einen farbenfrohen Anblick, sondern auch selten gewordene aber lebenswichtige Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten des Offenlandes und der Feldflur

 

Ganzjähriger & ungestörter Lebensraum für Insekten und Vögel

In einer Blübrache treiben die mehrjährigen Wildpflanzen Im Frühling aus, die den Winter als Rosette überdauert haben. Sie liefern frühzeitig Nahrung für Insekten wie Hummeln und Wildbienen, die bereits zu dieser Zeit aktiv sind.

Ab dem zweiten Standjahr dominieren diese mehrjährige Wildpflanzen, die besonders für spezialisierte Wildbienen von großer Bedeutung sind.

Im Herbst und Winter bieten abgestorbene und verbliebene Pflanzenstrukturen Schutz für überwinternde Insekten und deren Larven, während ihre Samenstände Vögel als Nahrung dienen. 

 

Bedeutung für Wildbienen und andere Insekten

Viele Wildbienenarten sind Nahrungsspezialisten und auf bestimmte Wildpflanzen angewiesen. Daher werden diese Wildbienen an herkömmlichen und noch weit verbreiteten Wildblumen wie Löwenzahn oder Hahenfuss nicht satt. 
Mehrjährige Blühflächen enthalten idealerweise einen hohen Prozentsatz heimischer Wildpflanzen und bieten über mehrere Jahre einen ungestörten Lebensraum für Insekten. Die langen Standzeiten sind besonders für kleine Wildbienen wichtig, die nur einen geringen Flugradius haben und in unmittelbarer Nähe ihrer Nahrungsquelle nisten und überwintern müssen. 

Nach wie vor vielerorts gängige Praxis in der Landwirtschaft und bei den meisten Grünflächenämtern ist die mehrmalige Mahd /Mulchen von Rainen, Böschungen, Gräben oder Ackerrandstreifen während der Vegetationsperiode. Damit werden systematisch Wildbienen und andere Insekten vernichtet. 

 

Schutz für Feldvögel und Niederwild

Mehrjährige Blühbrachen bieten selten gewordenen Feldvögeln wie dem Rebhuhn und der Feldlerche geeignete Brutplätze und Nahrung. Die strukturreichen Pflanzenbestände bieten Schutz und Verstecke vor Feinden, die in der intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft nicht mehr vorhanden sind. Im Winter bilden die Samenstände der Pflanzen eine wichtige Nahrungsquelle. 

 

Blühbrachen unterstützen die Landwirtschaft

Neben dem ökologischen Nutzen unterstützen mehrjährige Blühbrachen die natürliche Schädlingsregulation im Ackerbau, indem sie Nützlinge in umliegenden Flächen fördern. Außerdem tragen sie zum Humusaufbau bei und fördern das Bodenleben samt seiner Mikroorganismen durch die lange Bodenruhe.

Mehrjährige Blühbrachen sind ein wertvolles Instrument zur Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft. Sie haben einen hohen ökologischen Wert sowohl für die Artenvielfalt als auch für eine umweltverträgliche Landnutzung.
Durch die Anlage von Blühbrachen können Landwirte/innen aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.

 

 

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten zu Blühbrachen und ihrem ökologischen Nutzen

 

Ganzjähriger Lebensraum

  • Blühbrachen bieten ganzjährig Rückzugsorte und Lebensräume für Offenlandarten wie Insekten, Vögel und Niederwild

  • Im Frühjahr: Nahrung für frühaktive Insekten durch Pflanzen, die als Rosetten überwintern

  • Im Herbst und Winter: Schutz für überwinternde Insekten; Samenstände dienen als Nahrungsquelle für Vögel

     

 Förderung von Wildbienen und Insekten

  • Ab dem zweiten Jahr dominieren mehrjährige Wildpflanzen, die besonders wichtig für spezialisierte Wildbienen sind

  • Lange Standzeiten ermöglichen stabile Populationen von Insekten mit kleinem Aktionsradius

  • Heimische Wildpflanzen bieten gezielt Nahrung für nahrungsspezialisierte Arten

     

 

Bedeutung für Vögel und Niederwild

  • Blühbrachen dienen als Brutplätze und Schutzräume für Feldvögel wie Rebhuhn und Feldlerche

  • Strukturreiche Vegetation bietet Verstecke und Nahrung für Niederwild

  • Samenstände im Winter sind wichtig für die Ernährung vieler Vogelarten

     

Vorteile für den Boden und die Landwirtschaft

  • Natürliche Schädlingsregulation durch Förderung von Nützlingen

  • Humusaufbau und Belebung des Bodens durch lange Ruhezeiten ohne Bearbeitung

  • Beitrag zu nachhaltiger Landwirtschaft durch ökologische Aufwertung der Fläche

 

Jasmin Horrelt
Dipl.Ing. Landespflege (FH) 

D-79576 Weil am Rhein 
Tel. 0049 7621 770 878
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Ingénieure diplômée 
Architecte paysagiste


F-68220 Ranspach le Haut
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