Anlage & Erhalt von Streuobstwiesen (Obstgärten)

Streuobstwiese/ Obstgarten - ein artenreiches ökologisches Juweel aus Hochstammobstäumen auf extensiven Wiesen 

Unter Streuobstbäumen versteht man hochstämmige Obstbäume die in Gruppen, Reihen oder flächig auf Wiesen oder Äckern locker verstreut angepflanzt sind - daher der Name Streuobstwiese, in der Schweiz heisst das Pendant Obstgärten.
Dieses Jahrhunderte alte Element unserer Kulturlandschaft wird in allen Ländern, wo diese Obstbaumbestände aus auf das Kleinklima und den Boden angepassten selektierten Sorten bestehen, immer seltener und bedrohter. 
Über Generationen dienten solche Obstgärten als Reservoir für alte Sorten, dort angesiedelten Vogel-und Pflanzenarten als einzigartiges wertvolles Biotop.
Wer kann heute schon noch sagen, wie ein Pirol, ein Wiedehopf oder ein Steinkauz aussieht? Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, was für ein wertvoller Schatz so eine Obstwiese ist.

Doch dieses Idyll, dieser Garten Eden in klein ist bedroht und wurde in den vergangenen Jahrzehnten in vielen europäischen Ländern grossflächig gerodet, Tausende Hektar fielen und fallen der Säge und Agrarmonokulturen zum Opfer.

Streuobstwiesen mit alten Hochstämmen sind erhaltens-und schützenswert. Sie beherbergen Hunderte Tier- und Pflanzenarten die sich im Laufe unserer Agrar-Kulturgeschichte an diesen Lebensraum angepasst haben.
Und ganz "nebenbei" liefer die Obstbäume regionales, ungespritzes, gesundes Obst. Slow food zum Anbeissen.
Sind es regionale und alte Obstsorten schmecken sie viel differenzierter und aromatischer als die Einheits-Supermarktware, die aus  genetisch manipuliertem Retortenobst in Einheitsgröße mit Einheitsgeschmack besteht.

Streuobstwiesen, geprägt von alten, erhabenen, von der Zeit und den Jahreszeiten gezeichneten Obstbäumen waren über Jahrhunderte ein wichtiger und lebendiger Teil unserer Heimat und des Landschaftsbildes. Wir dürfen sie nicht für immer verlieren und müssen uns für ihren Erhalt und Neuanlage einsetzen.

Ihr Pflege und Anlage erfordert Wissen, Arbeit, Zeit. Nutzen wir das noch vorhandene Wissen, die noch vorhandenen alten Sorten, die Zeit die wir haben  - denn man könnte sie viel weniger sinnvoll einsetzen.
 


Besonderheiten und Bedeutung von Streuobstwiesen im Überblick

 
- Morsches Holz in alten Stämmen der Bäume ist ökologisch besonders wertvoll, ist Lebensraum für Moose und Flechten
- in Astlöchern und Baumhöhlen finden Singvögel, Spechte, Eulen und Fledermäuse Nistplätze und Unterschlupf
- Diese Baumbestände schaffen ein eigenes Mikroklima

- Alte Streuobstsorten sind an das regionale Klima angepasst und oft resistent gegen Schädlinge und Pilze

- die lockeren Pflanzabstände ermöglichen die  Bildung einer artenreichen Krautschicht (wenn die Wiesen wie früher extensiv bewirtschaftet werden)



Bäume sind wie Heiligtümer.

Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt Wahrheit.

Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen, um das einzige Unbekümmerte, das Urgesetz des Lebens.

Hermann Hesse

 

Jasmin Horrelt
Dipl.Ing. Landespflege (FH) 

D-79576 Weil am Rhein 
Tel. 0049 7621 770 878
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Ingénieure diplômée 
Architecte paysagiste


F-68220 Ranspach le Haut
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Renaturierung, Biodiversität, Biologische Vielfalt, Artenvielfalt, Artensterben, Artenschutz, Insektenschutz, Naturschutz, Ökologie, Umwelt, Umweltschutz, Biotope, Pflanzenvielfalt, Landschaftsökologie, naturnaher Garten, naturnahe Kindergärten und Schulen, Firmengelände naturnah gestalten, ökologische und insektenfreundliche Firmengelände, Streuobstwiesen, Amphibien, Igelhilfe, Vogelschutz, Trinationales Steinkauzprogramm, u.v.m.  

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