Der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) zählt zu den eher stillen Vertretern unter den heimischen Sträuchern. Eine eher unauffällige Blüte, keine leuchtenden Farben – und doch ist er ein echtes Multitalent für die Natur, das in einer artenreichen Hecke nicht fehlen sollte.
Mit seinen dichten, weißlichen Blütendolden im Frühsommer, den rot-schwarzen Früchten im Herbst und dem dichten, verzweigten Wuchs bietet er zahlreichen Tierarten das, was sie in unserer aufgeräumten Landschaft oft vergeblich suchen: Nahrung, Deckung und Lebensraum.
Von Mai bis Juni blüht der Wollige Schneeball – zwar unauffällig, aber für viele Insekten von großer Bedeutung. Wildbienen, Schwebfliegen, Hummeln und auch Käferarten besuchen die kleinen, nektarreichen Blüten.
Gerade in strukturreichen Hecken ist er ein geschätztes Ergänzungsgehölz, das die Blühsaison verlängert und zusätzliche Vielfalt für Bestäuber schafft.
Obwohl der Wollige Schneeball nicht zu den klassischen Insektenmagneten zählt, wird er doch von einer bemerkenswerten Vielfalt genutzt:
Wildbienenarten wie Sandbienen (Andrena) und Furchenbienen (Lasioglossum) nutzen die Blüten als Nahrungsquelle.
Schwebfliegen wie die Gemeine Gartenschwebfliege (Episyrphus balteatus) sammeln Nektar und tragen zur Bestäubung bei.
Käfer wie der Glänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata) besuchen die Blüten regelmäßig.
Nachtfalterraupen – z. B. des Graugrünen Fleckenspanners oder Hecken-Kleinspanners – ernähren sich von den Blättern.
Der Viburnum-Blattkäfer (Pyrrhalta viburni) ist ebenfalls regelmäßig am Schneeball zu finden.
Auch Blattläuse und Zikaden besiedeln den Strauch – eine wichtige Nahrungsquelle für Marienkäfer, Florfliegenlarven und Singvögel.
Gerade im Hinblick auf das dramatische Insektensterben ist jeder heimische Strauch in der Landschaft und im Naturgarten, der Futter und Lebensraum bietet, von großer Bedeutung – selbst die vermeintlich "unspektakulären".
Im Spätsommer und Herbst reifen die beerenartigen Früchte, die zunächst rot sind und sich später schwarzblau verfärben. Für uns Menschen sind sie roh ungenießbar – für Amseln, Drosseln, Gimpel, Stare, Rotkehlchen und viele andere Vögel aber ein willkommener Energielieferant im Herbst und frühen Winter.
Besonders schön: Durch die zweifarbige Fruchtreife bietet der Strauch über einen längeren Zeitraum Nahrung – nicht alles wird auf einmal verfüttert, sondern portionsweise.
Mit einer Höhe von 3–4 m eignet sich der Wollige Schneeball ideal als Strukturgeber in naturnahen Hecken oder Gehölzsäumen. Seine dichte, verzweigte Wuchsform bietet Heckenbrütern wie Mönchsgrasmücke, Zaunkönig oder Gartengrasmücke sichere Nistplätze. Auch Igel, Haselmäuse und andere Kleinsäuger finden in dichten, undurchdringlichen Hecken Schutz vor Fressfeinden.
Die filzig weich behaarten Blätter und Triebe des Wolligen Schneeballs, verleihen ihm seinen Namen und schaffen zusätzlich Mikrohabitate für Insekten – ein oft übersehener Beitrag zur Biodiversität.
Der Wollige Schneeball ist pflegeleicht, hitzeverträglich und kommt gut mit trockenen, kalkhaltigen Böden zurecht. Er wächst am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten – sowohl im Naturgarten als auch in der freien Landschaft. In Kombination mit Sträuchern wie Schlehe, Weißdorn, Liguster oder Wildrosen entsteht eine Hecke voller Leben.
Der Wollige Schneeball ist ein stiller Helfer für die Artenvielfalt. Seine Blüten nähren Insekten, seine Früchte füttern Vögel, sein Geäst schützt Kleinsäuger. Mit seiner Verwendung wird Lebensraum und wirkungsvolle Vielfalt in Garten und Landschaft geschaffen.
Blütezeit: Mai–Juni
Nährpflanze für: Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Hummeln
Früchte für: Amsel, Drosseln, Rotkehlchen, Gimpel, Stare
Lebensraum für: Heckenbrüter, Igel, Kleinsäuger
Standort: sonnig bis halbschattig; trocken bis frisch, kalkliebend, nährstoffreich
Besonderheiten: zweifarbige Fruchtreife, filzige Triebe, robust, wenig bekannt – aber ökologisch wertvoll
Jasmin Horrelt
Dipl.Ing. Landespflege (FH)
D-79576 Weil am Rhein
Tel. 0049 7621 770 878
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Ingénieure diplômée
Architecte paysagiste
F-68220 Ranspach le Haut
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