Heimische Pflanzen

Weißdorn - der stachelige Alleskönner in der Hecke

Zwei Arten, ein Multitalent - Weißdorn in Hecken und zum menschlichen Verzehr

Der Eingriffelige (Crataegus monogyna) und der Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata) gehören zu den ökologisch wertvollsten heimischen Sträuchern. In naturnahen Hecken und Gärten sind sie echte Multitalente: Sie bieten Nahrung, Schutz und Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren und tragen zur strukturellen Vielfalt in der Landschaft bei.

Der botanische Name Crataegus stammt vom altgriechischen Wort krataios, was stark oder auch fest bedeutet. Damit wird das sehr harte Holz des Weißdorns gemeint sein. Erstaunlicherweise kann der Weißdorn ein Alter von 500 Jahren erreichen, was für einen Großstrauch erstaunlich ist.

 

 

 

Insektenmagnet im Frühling

Je nach Region bieten von April bis Mai (Juni) die dichten, duftenden Blütenstände des Weißdorns reichlich Pollen und Nektar – eine wichtige Nahrungsquelle für viele Wildbienen, Hummeln, Käfer und Schwebfliegen. Besonders Arten wie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), verschiedene Sandbienen (Andrena-Arten) sowie Goldwespen und Nektarsammler unter den Käfern werden von der Blüte angelockt. Der Weißdorn gilt als sogenannte Trachtpflanze für über 150 Insektenarten – eine beeindruckende Zahl für einen Strauch.

 

Vogelnahrung und Nistplatz und gesunder Kräutertee

Im Spätsommer und Herbst bis in den November reifen die kleinen roten Weißdornfrüchte (Mehlbeeren), die für viele Vogelarten eine wichtige Energiequelle darstellen. Besonders Drosseln (z. B. Amsel, Singdrossel, Wacholderdrossel), Stare, Seidenschwänze, aber auch Gimpel und Grünfinken fressen die Früchte.
Auch für Tee lassen sich die getrockneten Früchte verwenden, dafür sollten sie unbedingt sehr gut durchgetrocknet sein.

Die Früchte eignen sich auch, um Marmelade zu kochen. Die jungen Blätter können Salaten oder Gemüsen beigegeben werden. Früher fanden die getrockneten Früchte als Mehlzusatz Verwendung. Geröstete Samen dienten als Kaffee-Ersatz. Die Blätter und Beeren werden gerne in Hausteemischung* hinzugefügt. Damit ist der Weissdorn eine sehr vielfältige Pflanze, die unbedingt mehr Beachtung finden sollte.


Neben den Früchten nutzen zahlreiche Vögel die dichte, oft dornige Struktur des Weißdorns zum Brüten oder zur Deckung. Dazu gehören z. B.:
  • Neuntöter – nutzt die Dornen zum Aufspießen von Beute

  • Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Zaunkönig

  • Gartengrasmücke, Rotkehlchen, Dorngrasmücke

 

Stachliger Strukturgeber und Lebensraum für viele

Weißdorn ist ein idealer Begleitstrauch in artenreichen Hecken. Seine dichte, verzweigte Wuchsform bietet Schutz und Rückzugsorte für Kleinsäuger wie Igel, Spitzmäuse oder auch Haselmäuse. Zudem dient er als Überwinterungsquartier für Insekten, die sich in Rindenritzen, im Laub oder im Astwerk verstecken.

In der Landschaft ist er ein wertvoller Strukturbildner, da er durch seine Höhe (bis ca. 5 m), Blühfreude und Fruchtfülle eine wichtige Rolle in Windschutzhecken, Rainen, Waldrändern und Feldgehölzen spielt. Gleichzeitig ist er sehr schnittverträglich, trockenheitsresistent und standortrobust – ideal also auch für den Naturgarten.


Weißdorn ist zu Recht ein „Alleskönner“: Er nährt und schützt Vögel, Insekten und Säugetiere, bereichert die Struktur artenreicher Hecken und bringt mit Blüten und Früchten das ganze Jahr über Leben in Garten und Landschaft. Ein Muss für jede naturnahe Pflanzung.

 

* Rezept Hausteemischung:
Dafür 5 Esslöffel getrocknete Weißdornbeeren und etwas Apfel- und Orangenschalen zusammen zu einen Tee kochen. Dazu zerkleinerten Weißdornbeeren über Nacht in 1 Liter Wasser einweichen. Am nächsten Tag werden sie noch einmal für 5 Minuten leicht geköchelt.


 

🌿 Wissenswertes zum Weißdorn (Crataegus monogyna / laevigata) auf einen Blick:

Blütezeit: Mai–Juni
Nährpflanze für: über 150 Insektenarten, darunter Mauerbienen, Sandbienen, Käfer
Früchte für: Drosseln, Stare, Gimpel, Seidenschwanz
Lebensraum für: Neuntöter, Grasmücken, Kleinsäuger
Standort: sonnig bis halbschattig; anspruchslos, verträgt trockene bis frische, auch lehmige Böden
Besonderheiten: dicht und dornenreich, strukturgebend, schnittverträglich, windfest

 

Garten, Vögel im Garten, naturnaher Garten, Vogelfreundlicher Garten

Jasmin Horrelt
Dipl.Ing. Landespflege (FH) 

D-79576 Weil am Rhein 
Tel. 0049 7621 770 878
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Ingénieure diplômée 
Architecte paysagiste


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